Getestetes Werkzeug: Bosch Farbsysteme – Holz PFS 1000

von Treveres
Vielen Dank nochmal für das Testmuster. Vorab folgendes:
Mir ist bewusst, dass ich auch Dinge aufgeführt habe, die andere evtl. als Kleinigkeiten ansehen. Ich habe dies absichtlich getan, um den Produktdesignern die Möglichkeit zu geben selbst einzuschätzen, was hiervon relevant ist und was nicht.

Verpackung/Auspacken

Das PFS 5000E kommt in einem großen, stabilen Karton daher. Beim Öffnen fiel mir auf, dass die meisten Kartons heutzutage das Öffnen einer Lasche beinhalten, die bei etwas grober Behandlung gern abreißt. Da die Lasche etwas schwergängig war, ließ ich mir entsprechend Zeit und bekam den Karton mit etwas Überzeugungsarbeit trotzdem geöffnet. Vielleicht ließe sich auf die Lasche zukünftig sogar verzichten, i.d.R. sind die Kartons für den Versand ohnehin mit Klebestreifen gesichert, der Deckel lässt sich für die Aufbewahrung zu Hause auch so ausreichend sicher schließen und außerdem reißen die Laschen ohnehin irgendwann ab.
Im Karton selbst herrscht Ordnung. Zuerst fiel mir auf, dass der Motor und auch die Spritzpistole recht groß ausfallen. Allerdings nicht im negativen Sinn, eher getreu dem Motto „Da hat man was in der Hand!“
Nicht ganz so positiv ist mir vom Auspacken allerdings das krumme Handbuch in Erinnerung geblieben. An lesen und direkt los legen war erst mal nicht zu denken, da das Handbuch stark gebogen war und sich die ohnehin dünnen Seiten nur mühsam umblättern ließen. Also habe ich die Betriebsanleitung erst mal unter einem dicken Buch deponiert um sie etwas zu richten. Was mir noch auffiel war der zweite Farbbehälter. Zum einen, weil ich dieses Zubehör als sehr sinnvoll erachte und zum anderen, weil es falsch herum im Karton lag. Vermutlich handelte es sich dabei aber nur um einen Verpackungsfehler. In der richtigen Lage hat sich der Zusatzbehälter dann auch als gut im Karton fixiert gezeigt, wohingegen er zuvor etwas lose war.
Noch mit im Lieferumfang enthalten sind zusätzliche Dichtungen für die Spritzpistole/die Farbbehälter, ein Sieb und ein paar Düsen nebst Reinigungsbürsten zur Reinigung der Düsen. Das Sieb kann bei der Verwendung älterer Farben mit evtl. eingetrockneten Klumpen zum Aussieben selbiger verwendet werden. Damit lässt sich ein Verstopfen der Pistole verhindern. Das Fach zum Verstauen der Düsen und Bürste sollte sich späterhin als zuweilen etwas widerspenstig heraus stellen.


Anschluss/Einrichtung

Nach dem Studium der Betriebsanleitung (am nächsten Tag) wurde das Gerät in Betrieb genommen. Dazu zuerst alle benötigten Teile bereit legen und die richtige Düse auswählen. Da ich zuerst ein paar verbliebene Tapetenrest entfernen musste wurde die entsprechende Düse eingesetzt und fest gedreht. Ein Farbbehälter mit warmem (Achtung bei heißem Wasser, das Gerät ist lt. Anleitung nur bis 55 Grad ausgelegt. Das Aufsetzen der Sprühpistole selbst stellt sich hin und wieder etwas hakelig dar. Sollte mein beim fest ziehen außerdem nicht aufpassen, verschüttet man ggfs. vom Sprühmaterial. Den Behälter also besser nicht ganz voll machen. Abhilfe könnte hier ein Ring mit Bügelverschlüssen schaffen. Dadurch ließe sich die Pistole von oben gerade auf den Behälter setzen und müsste nicht mehr gedreht werden. Der Ring selbst bestünde dabei aus Kunststoff oder Metall und würde außen über den Farbbehälter gestreift. Die Bügelverschlüsse dann oben in der Pistole einhängen und nach unten drücken, wodurch sie arretieren. Früher waren solche Verschlüsse gefühlt öfter in Gebrauch als heute. Woran auch immer dies liegen mag.
Nun noch den Schlauch an das Gebläse/Gerät und die Pistole anschließen. Der Schlauch lässt sich sehr einfach anschließen – einfach einsetzen und leicht drehen, schon fertig.



Anwendung


Wie schon erwähnt, habe ich das Sprühgerät zuerst dazu verwendet, alte Tapetenreste zu entfernen. Das Wasser ließ sich leicht auftragen, das Gewicht der Pistole inklusive Wasser ist mir dabei nicht negativ aufgefallen. Auch von der Größe lässt sich nichts nachteiliges berichten. Der Schlauch ist ausreichend lang. Man muss aber aufpassen, nicht auf diesen zu treten, falls die Örtlichkeiten etwas beengter ausfallen. Das Kabel zum Anschluss des Gebläses könnte evtl etwas länger sein, die Schlauchlänge sorgt aber dennoch für einen mehr als ausreichenden Aktionsradius.
Mit den richtigen Einstellungen (lt. Anleitung) ging die Arbeit schnell von der Hand und nach etwas Einweichzeit konnte ich die Tapetenreste leicht mit einem Spachtel entfernen.



Die Anwendung gestaltet sich im Prinzip ähnlich wie bei Wasser. Zum Sprühen hatte ich den zweiten Behälter verwendet. Offenbar ist beim Arretieren des Behälters die weiße Dichtungsplatte ohne mein Zutun verrutscht, was sich dann darin äußerte, dass aus der Sprühdüse kein Material kam. Statt dessen trat dieses oben aus und hat etwas „gekleckert“. Man sollte die Dichtung also vor dem Einsetzen eines Farbbehälters auf korrekten Sitz überprüfen. Mit Lack bzw. Farbe hat man sonst später evtl. schwer entfernbare Flecken. Das Sprühen selbst ging wieder gewohnt einfach und schnell von der Hand. Evtl. sollte man sich bereits vorab einen Pinsel bereit legen, um die bei Tiefgrund fast unvermeidlichen Läufer nach dem Sprühen schnell vertreiben zu können. Anderenfalls trocknen diese so auf und hinterlassen unter der Farbe „Plastikhubbel“. Die Läufer kann man allerdings nicht dem Sprühgerät anlasten, da der Tiefgrund nun mal eine sehr wässrige Konsistenz hat. Auch beim Streichen oder Rollen läuft z.b. beim Aufsetzen der Rolle gern mal ein kleiner Schwall Material aus.



Nun ging es daran, die mitgelieferte Farbe „Alpinaweiß“ zu verarbeiten. Hier war ich besonders gespannt, wie gut sich mit dem Gerät in der Kombination mit dicker Farbe arbeiten lässt. Zuerst habe ich es mit unverdünnter Farbe getestet, was lt. Anleitung möglich sein soll. Ich lege hier die Betonung auf „soll“, denn ich selbst kann dies leider nur wenig bestätigen. Bei unverdünnter Farbe tritt aus der Sprühpistole kein Farbnebel aus. Statt dessen werden ungleichmäßige Tropfen an die Wand gesprüht, die erst nach häufigem überfahren einer Fläche zu einer dann deckenden aber leider auch eher dicken und unregelmäßigen Farbschicht führen. Auch wenn die Leistung des Gebläses bis zum Anschlag geregelt wird, ergibt sich dabei keine Besserung – nur eine Steigerung des Lärmpegels. Ein Verdünnen der Farbe (pi mal Daumen) brachte ebenso keine Verbesserung.
Da ich die Farbe direkt im Eimer verdünnt hatte, kaufte ich im Baumarkt vor Ort einen Eimer mit der gleichen Farbe wie der, die zur Verfügung gestellt wurde. Die jetzt exakt abgemessene und im korrekten Verhältnis gemischte/verdünnte Farbe wurde erneut einem Test unterzogen. Leider ergab sich auch bei 5%iger Verdünnung immer noch keine Besserung. Auch jetzt noch ergab sich ein von Tropfen geprägtes Bild an der Wand, von Sprühnebel (vor allem ein feiner Nebel) konnte keine Rede sein. Die im Handbuch empfohlene Verdünnung von 0-5% führt meines Erachtens in Verbindung mit dem Gerät nicht zu einem vertretbaren Ergebnis. Die Arbeit habe ich dann auch in der traditionellen Art mit Rolle und Pinsel zu Ende geführt.

Aufgrund der zuvor mit Wasser und Tiefgrund erzielten Ergebnisse gehe ich davon aus, dass mit Lacken und Farben von geringer Viskosität gute bis sehr gute Ergebnisse zu erreichen sind.


Reinigung

Die Reinigung der Pistole selbst ist relativ einfach. Alle Teile abschrauben und ordentlich unter Wasser abwaschen. Zum Reinigen des Ansaugrohres sollte man sich ggfs. eine Flaschenbürste besorgen, damit sich im Inneren nicht auf Dauer immer dicker werdende Ablagerungen sammeln.
Vielleicht schafft Bosch es aber auch, eine entsprechende Bürste beizulegen.
Etwas problematischer habe ich die Reinigung der Farbbehälter empfunden. Dort sind teilweise Kanten vorhanden, die das Säubern etwas schwieriger machen. Auch hier sollte eine Bürste zur Hand genommen werden.


Einpacken

Zum Einpacken gibt es eigentlich nur wenig zu sagen. Alles wieder in die jeweiligen Kunststofftüten packen und in die entsprechenden Aussparungen legen. Das zu Beginn gemachte Foto ist hierfür noch nicht einmal notwendig.


Weitere Dinge, die mir aufgefallen sind

Sobald das Gerät in Betrieb ist, tritt ein konstanter Luftstrom aus. Beim Abdecken/-kleben muss also entsprechend sorgfältig und großzügig Klebeband eingesetzt werden, damit alles an Ort und Stelle verbleibt. Anderenfalls muss man die Folie(n) ggfs. während der Arbeit nochmals neu positionieren.

Den Lärmpegel auf höchster Leistungsstufe empfand ich als noch erträglich. Lauter sollte es jedoch nicht sein. Da Bosch auch Staubsauger produziert und diese recht leise sind, gibt es hier vielleicht dennoch Verbesserungspotenzial?

Materialanmutung und Haptik stufe ich als gut ein. Wie heute meist üblich besteht alles aus Kunststoff, dieser wirkt jedoch nicht billig. Vielleicht wäre durch kleine Metallapplikationen am Gebläse oder Sprühgerät ein noch hochwertigerer und modernerer Eindruck zu erreichen.

Die Haltespange für das Zubehör ist in der Bedienung etwas hakelig. Ich hatte mehrfach Schwierigkeiten, diese zur und nach der Entnahme von Zubehör zu öffnen bzw. zu schließen. Evtl. lässt sich mit etwas festerem Kunststoff oder einer Art Druckknopf zur Verriegelung eine Verbesserung erzielen.

Mit der Zeit entwickelt der Motor im Betrieb recht viel Wärme, die über den dauerhaften Luftstrom abgegeben wird. Bei ohnehin schon höheren Temperaturen wird dies vermutlich etwas unangenehm. Durch die warme Luft trocknet außerdem an der Austrittsöffnung der Pistole die Farbe etwas an. Verstopfungen haben sich dadurch bisher jedoch noch nicht ergeben.


Fazit

Für die Renovierung im Haus mit Dispersionsfarbe würde ich das Gerät vermutlich nicht nochmals nutzen. Hierfür fand ich den Farbauftrag wenig bis gar nicht überzeugend. Mit stärkerer Verdünnung wäre sicher auch irgendwann ein richtiges Sprühen möglich, dies allerdings auf Kosten der Deckfähigkeit der Farbe. Ob sich noch eine echte Zeitersparnis ergibt, wenn man die Farbe drei oder vier Mal auftragen muss, bezweifle ich. Generell würde ich ohnehin eher eine Verwendung im Rohbau o.ä. empfehlen, da man sich dann das aufwändige Abdecken und Abkleben etwas ersparen kann. In Fensterlaibungen zu sprühen ist sonst erst möglich, wenn das komplette Fenster + Glas ausreichend geschützt ist. Hier ist man mit Rolle und Pinsel eindeutig schneller. Durch den konstanten Luftstrom besteht außerdem die Gefahr, dass die Abdeckfolie sich löst, wenn sie nicht ausreichend befestigt wurde.

Bei eher wässrigen Medien (Lasuren, Acryl Tiefgrund etc) kann das System seine Stärken voll ausspielen. Hier lässt sich schnell und gut arbeiten. So kann ich mir sehr gut vorstellen, einen Zaun im Freien damit zu lasieren (Holzschutz). Leider ergab sich weder wetter- noch bedarfsbedingt die Möglichkeit, dies zu testen. Vielleicht ergibt sich bei einer Produktrevision außerdem die Möglichkeit, über eine Art Schaltleitung am/im Schlauch den Gebläsemotor nur dann einzuschalten, wenn der Schalter an der Sprühpistole gedrückt wird. Dies würde den Geräuschpegel und ebenso die Wärmeentwicklung des Motors positiv beeinflussen. Außerdem läuft man weniger Gefahr, etwas aus Versehen weg zu blasen, da der Schalter erst dann betätigt wird, wenn man die Pistole auf die zu färbende Fläche gerichtet hat.

Bei Rückfragen zu meinen Ausführungen kann natürlich gern mit mir Kontakt aufgenommen werden
 

Erfahrungsberichte

Testberichte aus der 1-2-do-Community

"Einer weiß immer wie es geht" - so lautet das Motto der Heimwerker-Community 1-2-do.com. Dort können sich Heimwerker und kreative Selbermacher über ihre Projekte und Erfahrungen mit Elektrowerkzeugen austauschen. Außerdem testen die Community-Mitglieder regelmäßig Bosch Elektrowerkzeuge und schreiben darüber einen Testbericht auf 1-2-do.com.

Hier geht's zur 1-2-do-Community

 

PFS 1000 Farbsysteme – Holz

Getestetes Werkzeug: Bosch PFS 1000 Farbsysteme – Holz

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