Getestetes Werkzeug: Bosch Multischleifer PSM 200 AES

von ichbinheimwerker
Bevor ich zu den Testfragen komme, möchte ich ein paar Punkte anmerken, die außerhalb der Fragen angesiedelt sind:
  • Der PSM 200 AES kommt im Bosch-typischen Koffer. Beigelegt sind neben einer Anleitung - zumindest beim Test-Exemplar - ein Satz 80er-Schleifpapier, sowohl für die Delta- als auch für die rechteckige Schleifplatte.
  • Die Schleifplatten haben eine Mikro-Klettfläche, die ich so zum ersten Mal gesehen habe und die das Schleifpapier sehr stark festhält.
  • Bei meinem Exemplar war die rechteckige Schleifplatte, die in einem Fach des Koffers liegt, an diesem mit einer Ecke angeklebt, so dass sich beim Herausnehmen ein kleines Stück gelöst hat.

Nun zu den Testfragen:

1. Was waren Dein ersten Gedanken, als Du den PSM 200 AES in der Hand hattest?
"Ganz schön groß!" Ich wusste ja nicht genau, was mich da erwartet und hatte eher an etwas in der Größenordnung meines bisherigen Handschwingschleifers gedacht.

1a. Um die Frage noch etwas weiterzuführen: Was waren Deine ersten Gedanken, als Du den PSM 200 EAS eingeschaltet hattest?
"Ganz schön leise!" Ich kannte bis dahin nur drei Schleifwerkzeuge - Meine beiden Hände (Wobei diese in dieser Hinsicht jedes Elektrowerkzeug um Längen schlagen :-)), das Multitool (PMF 250 CES - Das kreischt eher wie eine Kreissäge) und meinen Billig-Schwingschleifer (Der ein Geräusch in einer Mischung aus Kreissäge und Scheppern von sich gibt.). Beim PSM überraschte mich - zumindest bis etwa Stufe 4 - ein richtiggehend angenehmes, sonores Brummen. Ab etwas über 4 klingt allerdings auch dieser Schleifer wie ein Staubsauger.

2. Wie findest Du die Ergonomie/Handhabung des Produktes?
Sehr gut sogar. Im Prinzip kann man den PSM auf drei Arten führen: Zweihändig, einhändig am Knauf direkt über dem Schleifer oder einhändig am "Griff" hinter dem Schleifer. Was mir aufgefallen ist, ist jedoch, dass der PSM bei zu unebener Oberfläche schon bei geringem Druck dazu neigt, zu "springen" bzw. zu verreißen. Das ist mir bisher noch nie passiert. Da braucht man in diesem Fall schon recht viel Kraft, wenn man trotzdem mit Druck arbeiten will. Die Vibration am Gerät selbst hält sich sehr in Grenzen, was auch ein langes Arbeiten problemlos macht.

Weiteres Manko, allerdings konstruktionsbedingt: Filigrane Werkstücke (Wie der unten angesproche Spiegelrahmen) werden durch das Drehmoment der Schwingplatte stark belastet d. h. sie biegen sich durch. Hier ist Vorsicht angesagt.

3. Wie findest Du das Gewicht?
Ich finde das Gewicht genau richtig, wobei ich nicht beurteilen kann, ob ein anderes Gewicht besser wäre. Allerdings bin ich mir sicher, dass der Schleifer nicht leichter sein sollte, da durch das Gewicht vermutlich einiges an Vibration kompensiert wird. Selbst nach längerer Arbeit bekommt man keine zitternden Hände.

4. Wie einfach hast Du Bedienung/Elemente empfunden (inkl. Schleifplattenwechsel)?
Die Bedienung ist einfach (und damit in meinen Augen sehr gut). Der Drehzahlregler und der Ein- und Ausschalter sind gut erreichbar. Die Drehzahl lässt sich auch beim Betrieb variieren (Superpraktisch). Der Verschlussmechanismus der Schleifplatte ist jedoch beim Lösen der Schleifplatte sehr fummelig - Ich habe beim Lösen immer die Befürchtung, dass ich gleich etwas abbreche. Das erinnert mich an den Schnellverschluss beim PMF 250 CES - Wer einen besitzt, weiß, was ich meine :-)

5. In welchem Drehzahlen-Bereich hast Du bei Deinem Projekt gearbeitet?
Für mich hat sich etwa Stufe 4 - 4,5 als optimal herausgestellt (Lack entfernen und Holz abschleifen). Darunter hat man gefühlt zu wenig Power, darüber wird das Gerät wesentlich lauter und den höheren Abtrag ist es mir nicht wert. Ich frage mich, nebenbei gesagt, wozu es die Stufe 1 gibt - Da kann man beinahe die Bewegung der Schleifplatte mit den Augen verfolgen :-)

6. Welche Projekte hast Du durchgeführt?
Tja - Blöderweise hat sich mein eines Projekt im wahrsten Sinne des Wortes in Rauch aufgelöst. Daher musste ich umschwenken.
  •  Das Aufarbeiten eines Schneidbrettes aus Bambusholz (http://www.ich-bin-heimwerker.de/2014/06/11/holz-kuechenbrett-aufarbeiten-reparieren/). Hier habe ich die Oberfläche und die Kanten zuerst mit 80er, 120er und 180er-Schleifpapier abgeschliffen. Danach wurde es geölt.
  • Dasselbe wollte ich mit einem weiteren Schneidbrett machen. Leider habe ich mich hier etwas übernommen: Das Brett hat zu viele Vertiefungen und Nuten, als dass man es wirklich komplett abschleifen könnte. Außerdem befindet sich eine Art Lasur darauf, die ziemlich tief ins Holz eingezogen ist. Daher habe ich hier nur die Oberflächen abgeschliffen. Hier merkt man, dass der PSM für einen Schwingschleifer ordentlich Zucker hat. Die Schnitte waren geschätzt 1 - 2 mm tief und nach ca. 2 min waren sie aus der Oberfläche herausgeschliffen!
  • Den Rahmen eines Ikea-Spiegels abgeschliffen. Vor langer Zeit hatten wir in einem Anfall von Wahnsinn den Rahmen (Kiefer) eines Ikea-Spiegels mit weißem Lack überzogen. Der sollte nun wieder runter. Zwar war nun der Aufwand dem Preis gegenüber nicht wirklich gerechtfertigt, aber ich wollte es mal gemacht haben.
  • Ausprobiert, in welcher Zeit man von einem wirklich dick lackierten Brett den Lack abtragen kann (s. Bilder unten - Der Abtrag hat mit 80er-Schleifpapier etwa drei Minuten gedauert)
  • Diverse Rumprobierereien z. B. noch Lack von Aluminium kratzen um zu sehen, ob sich das Material auf die Leistung auswirkt und ein paar größere Flächen, um zu sehen, wie sich das Arbeiten mit dem PSM bei diesen macht.
    
7. Welche Materialien hast Du dabei bearbeitet?
Bambusholz, Aluminium und ein anderes Holz, das ich leider nicht erkennen kann - Vielleicht kann jemand sagen, um was es sich handelt. Es ist das dunkle Küchenbrett.

8. Wie lange hast Du mit dem PSM 200 AES gearbeitet?
Insgesamt waren es mit Ausprobieren ca. 4 Stunden. Meistens ca. 10 - 15 m am Stück, aber auch mal eine dreiviertel Stunde. Dabei ist übrigens zu sagen, dass der PSM zu keinem Zeitpunkt auch nur unangenehm warm wurde.

9. Wie zufrieden warst Du mit der Leistung?
Hier bin ich zwiegespalten. So lange man direkt auf Holz schleift - Wahnsinn! Das hätte ich von einem Schwingschleifer nicht erwartet. Mein alter Schwingschleifer kann da einpacken. Gegenüber dem PMF 250 CES muss man differenzieren. Power haben beide. Der PSM ist auf großen Flächen besser, der PMF auf kleinen und bei Details. Der PSM hat eine recht große Bewegungsamplitude, so dass man nur schwer in Ecken und Kanten kommt.

Des Lackes Freund jedoch ist der PSM 200 nicht. Ob das dem Schwingprinziop geschuldet ist, kann ich nicht sagen. Es dauert aber schon recht lang, bis man Lack abgetragen hat.

10. Wie zufrieden warst Du mit dem Ergebnis Deiner Arbeit?
Was soll man da groß sagen - Zufrieden halt :-) Der PSM tut, was er soll und er tut es gut. Gute Ergebnisse bekommt man mit genügend Zeit und Ausdauer auch mit der Hand hin. Was mehr aussagt, ist wohl, dass die Zeit, in der das Ergebnis so gut wird enorm geringer ist. Wie oben schon erwähnt: Der Schleifer hat ziemlich viel Leistung und alles (Ich habe Schleifpapier von Bosch benutzt - Man will sich ja nicht lumpen lassen :-)) ging ratzfatz - Bis auf die Sache mit dem Lack halt.

11. Was hat Dir besonders am Produkt gefallen?
  • Die Ergonomie
  • Das Gewicht
  • Die Leistung
  • Das Design - Mir gefällt er sehr gut.
  • Der Staubfangbehälter - Egal, was die anderen sagen. Ich finde, das Ding arbeitet sehr ordentlich. Nicht mit einem Staubsauger zu vergleichen, aber auf jeden Fall nicht zu verachten.
    
12. Was hat Dir weniger gefallen? Hast Du etwas vermisst?
  • Eine verstellbare Bewegungsamplitude für gröbere/feinere Arbeiten wäre super.
  • Als beigelegtes Zubehör einen Satz unterschiedliches Schleifpapier. Wenn ich neues Werkzeug habe, möchte ich gern sofort loslegen können, ohne erst zum Baumarkt zu rennen und Zubehör zu kaufen. Ich habe mich für 6 Euro mit diversen Papieren eingedeckt. Da sollten doch zumindest ein paar Exemplare zum Ausprobieren für Bosch kein Preisfaktor sein - Beim PMF waren auch mehrere Schleifblätter dabei.
  • Der rechteckige Schleifteller ist prinzipbedingt nicht so optimal, da auf den überstehenden "Kragungen" weniger Druck als auf die zentrale Fläche ausgeübt wird. Ich glaube aber nicht, dass sich dieses Problem lösen lässt.
  • Nicht direkt das Gerät betreffend, aber nichtsdestotrotz: Warum gibt es Schleifblätter für Schwingschleifer mit einer Länge von 180 und 186 mm??? Man kann aber problemos beides benutzen.
  • Leider ist mir noch kein einziges Werkzeug untergekommen, dass über so viele Löcher, Ritzen und Ecken verfügt - Die Putzerei ist ohne Druckluft wirklich mühselig (Sofern man den Schleifer wirklich sauber bekommen möchte)...
    
13. Würdest Du das Produkt weiterempfehlen?
Im Prinzip ja - Aber: Wenn man den PSM 200 mit einem Exzenterschleifer bzw. Multitool/Deltaschleifer vergleicht, ist der PSM in deren Paradedisziplinen natürlich unterlegen. Er hat einen geringeren Abtrag als der Exzenterschleifer und man kann weniger präzise als mit Multitool bzw. Deltaschleifer arbeiten. Betrachtet man ihn allerdings als Allrounder, ist er definitiv empfehlenswert - Was ein jeder nun gerade benötigt, muss er für sich entscheiden.

Abschließend noch ein Dankeschön an Bosch, als Tester ausgewählt worden zu sein und ich hoffe, dass der Testbericht dem einen oder anderen weiterhilft.
 

Erfahrungsberichte

Testberichte aus der 1-2-do-Community

"Einer weiß immer wie es geht" - so lautet das Motto der Heimwerker-Community 1-2-do.com. Dort können sich Heimwerker und kreative Selbermacher über ihre Projekte und Erfahrungen mit Elektrowerkzeugen austauschen. Außerdem testen die Community-Mitglieder regelmäßig Bosch Elektrowerkzeuge und schreiben darüber einen Testbericht auf 1-2-do.com.

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PSM 200 AES Multischleifer

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