Getestetes Werkzeug: Bosch Schleifroller PRR 250 ES

von benedikt_xvi
Zunächst möchte ich mich bei BOSCH für die Gelegenheit bedanken an diesem Test teilnehmen zu dürfen.
Nach einem holprigen Start ist der PRR 250 ES genau in der heißen Phase des Umbau / Sanierung unseres Hauses angekommen. Gerade in dieser Phase konnte ich ihn gleich auf mehrere Bewährungsproben stellen da noch so einiges geschliffen werden musste, bevor wir einziehen konnten.


Das Testgerät wurde in dem bewährten Kunststoffkoffer geliefert. Die Aufteilung des Koffers bietet neben dem Platz für den Schleifroller auch Aufbewahrungsmöglichkeiten für einen begrenzten Satz an Zubehöraufsätzen.
Bereits beim ersten Anfassen des PRR 250 überrascht dieser durch sein angenehmes Gewicht und die ausgeprägten Griffzonen. Die Montage des Zubehörs ist durch die SDS-Verriegelung sehr einfach und intuitiv durchführbar. Durch die Staubabdeckung mit Staubsaugeranschluss wird ein relativ sauberes Arbeiten ermöglicht.
Währende des Tests stellte sich dann jedoch heraus dass die Auslässe für die Lüftung des Motor etwas ungünstig liegen, da sie entweder von einer Hand zum Teil verschlossen werden oder die Luft beim Arbeiten ins Gesicht blasen. Außerdem wäre vielleicht ein Rechts/Links-Lauf wünscheswert.
Das erhältliche Zubehör bietet eine breite Palette an Schleifmöglichkeiten für verschiedenste Anwendungsbereiche.

Die verfügbaren Schleifmittel stehen in unterschiedlichen Ausführungen und Körnungen zur Verfügung. Von der Messingbürste über Lamellenrollen, Schleifwalzen bis zur Lamellenscheibe, bleibt hier kein Anwendungsbereich unangetastet.

Eine Maschine welche viele Möglichkeiten bietet, jedoch Spielraum für Weiterentwicklungen offen lässt.

Nun zu meinen Erfahrungen während des Test:




Zunächst wurde der PRR 250 ES beim Schleifen unserer Türzargen zum Einsatz gebracht. Ziel war es das notwendige Aufrauen der Oberflächen vor dem neuen Anstrich durchzuführen. Die Herausforderung lag hierbei an verschiedenen Stellen. Zum einen haben die Zargen viele Falze und Ecken und zum anderen sollte auf dem Großteil der Flächen nur aufgeraut werden und beschädigte Stellen nur „sanft“ ausgeschliffen werden.

Zunächst habe ich die Schleifwalze genutzt um die Flächen nur aufzurauen, dies stellte sich jedoch aufgrund der mangelnden Führung als sehr schwierig dar. Trotz geringer Drehzahl wurde, wegen der fehlenden Führung, des Öfteren zu tief in das Material geschliffen. Außerdem verklebten die Walzen, durch die dicken alten Farbschichten, sehr schnell. Zur weiteren Bearbeitung habe ich dann zur Lamellenrolle gewechselt, mit welcher dann auch sehr schnell das gewünschte Ergebnis erzielt werden konnte. Im weiteren Verlauf wurden dann auch die schmalen Falze mit der Breiten oder Schmalen Lamellenrolle geschliffen, wobei sich wiederum gute Ergebnisse erzielen ließen. Lediglich die „kleinen Ecken“ musste noch mit einem Dreieckschleifer nachgearbeitet werden.

Beim Schleifen mit der Breiten Lamellenrolle stellte sich heraus, dass diese ein streifenartiges Muster hinterlässt, wenn mehrmals entlang einer Führung der Selbe Bereich geschliffen wird. Außerdem waren nicht alle Bereich ohne eine zusätzliche Mehrbelastung an Schmutz zu schleifen, da die Maschine teilweise entgegen der Laufrichtung geführt werden musste.

Mit etwas Übung lassen sich sowohl auf kleinen Flächen als auch in verwinkelten Ecken gute Ergebnisse erreichen. Um die Handhabung zu verbessern (nicht gegen die Laufrichtung der Maschine arbeiten zu müssen) wäre ein umstellbarer Rechts/Links-Lauf der Maschine wünschenswert.


Im nächsten Arbeitsgang waren dann die Heizungsrohre an der Reihe. Mit den Erfahrungen vom Schleifen der Türzargen konnte nun auch zügig mit dem Bearbeiten der Rohre begonnen werden. Hier konnte der PRR 250 ES quasi aus dem Stand seine Stärken beweisen.

Mit Lamellenscheibe und Fächerscheibe wurde die Arbeit aufgenommen und bereits in kurzer Zeit zur Zufriedenheit erledigt. Auch Rundungen und Anschlüsse waren durch die flexiblen Lamellen-Schleifmittel kein Problem.

Auch hier hätte ich mir gerne einen Rechts/Links-Lauf an der Maschine gewünscht. Des Weiteren war die Schleifhaube hier nicht immer flexibel genug um in allen Stellungen genutzt zu werden.

Eine rotierende Rolle oder Scheibe ist für ein Rohr ein sehr gutes Schleifmittel, lediglich die etwas unflexible Staubabdeckung schränkt hier die Möglichkeiten ein.


Nun benötigte auch unser neu erstelltes Fachwerk noch einen Anstrich mit Klarlack, wozu auch dies vorher noch einmal glatt geschliffen werden sollte. Auch in diesem Fall sollte der PRR 250 ES sein Können unter Beweis stellen können.

Nach meinen Erfahrungen an den Flächen der Türzargen habe ich an dieser Stelle auch wieder auf die Lamellenrollen und Lamellenwalzen zurückgegriffen. Da mir jedoch bereits auf den Türzargen die Streifenmuster aufgefallen waren, habe ich die Flächen mit einem Exenterschleifer bearbeitet und mich mit dem PRR lediglich auf die Ecken konzentriert. Hier konnte der PRR 250 ESS wiederum gute Ergebnisse vorweisen.

Da hier in den Ecken des Fachwerks, quer zur Maserung gearbeitet wird, ist viel Feingefühl beim Führen der Maschine notwendig um Beschädigungen zu vermeiden.

Mit einer gefühlvollen Führung lassen sich auch an Ecken und Kanten gute Schleifleistungen erzielen.


Neben den „Haupt-Tests“ habe ich noch ein paar weitere Versuche mit unterschiedlichen Materialien gemacht.

  • Nach dem Spachteln der Verbindungsstösse und Schraublöchern der Fermacellplatten, müssen diese noch geschliffen werden.
    Da es sich auch an dieser Stelle um Flächen handelt, waren die Ergebnisse nicht besonders bemerkenswert. Die Schleifwalze „greift“ zu schnell zu tief zu, und die Lamellenwalze ist teilweise etwas zu „zaghaft“. An dieser Stelle konnte der Exenterschleifer besser punkten.
     

  • da auch noch ein paar Arbeiten an Rohrleitungen notwendig waren, habe ich auch hier versucht den PRR 250 ES zur Anwendung zu bringen. Wie sicherlich viele wissen müssen KG/HT Rohre nach dem Kürzen wieder etwas angephast werden um ein leichtes ineinanderschieben zu ermöglichen. Dieses anphasen habe ich hier nun also mit dem PRR 250 ES durchgeführt. Da die Maschine gut in der Hand liegt, konnte die Arbeit mit einer Schleifwalze gut und schnell erledigt werden.
     

  • Da noch die letzten Schlitze der neuen Elektroverkabelung darauf warteten, gespachtelt und geglättet zu werden, habe ich auch hier den PRR 250 ES noch einmal zum Einsatz gebracht.
    Nachdem der Mineralputz trocken war habe ich die Übergänge mit der Schleifwalze bearbeitet. Mit etwas feinfühliger Führung konnte ich auch hier relativ gute Ergebnisse erzielen. Lediglich ein dünner Überzug mit Gips war hier für das Finish notwendig.

Wie bereits in meinen Tests geschildert ist das Leistungsspektrum der Maschine sehr vielfältig. Die Stärken des PRR 250 ES liegen jedoch eher im Bereich der kleinen Flächen und Details. Für größere Flächen sind andere Geräte zu bevorzugen
Die Leistung des Motor ist für den Zweck und Anwendungsbereich der Maschine ausreichend.


Die Handhabung wird von der Formgebung unterstützt. Der einfache Wechsel der Schleifmittel, durch das integrierte SDS-System trägt zur guten Handhabung bei. Hier muss jedoch auf das Fehlen einer Führung sowie des fehlenden Rechts-/Links-Lauf hingewiesen werden. Auch die Luftführung kann noch verbessert werden.
 

Die Erreichung von zufriedenstellenden Arbeitsergebnissen war nicht immer ganz einfach. Hierbei ist jedoch anzumerken das es sich um ein „Expert“ Gerät aus der BOSCH „grün“ Serie handelt, welches ein gewisses Maß an Erfahrung mit Handwerkszeugen voraussetzt.
 

Meine Anforderungen und Erwartungen an den PRR 250 ES wurden in weiten Zügen erfüllt. Hier wurde eine Maschine entwickelt welche in verschiedenen Bereichen einsetzbar ist und weiteres Entwicklungspotential beinhaltet. Die ganze Palette der Möglichkeiten wird sich jedoch erst im Laufe der Zeit zeigen.
 

Wie bereits aus meinen Tests hervorgeht habe ich verschiedene Verbesserungspunkte identifiziert:
  1. Führung, gerade für die Bearbeitung von Flächen wäre eine Führung welche eine feinere Steuerung der Schleiftiefe zulässt wünschenswert.
  2. Rechts-/Links-Lauf, um ein Arbeiten entgegen der Laufrichtung der Maschine, und die Damit verbundenen Risiken, zu vermeiden wäre eine Umschaltung der Drehrichtung wünschenswert.
  3. Farbkodierung der Schleifmittel, sollte es zu einer Realisierung des Rechts-/Links-Lauf kommen, ist eine Kodierung der Schleifmittel notwendig. Hierzu könnten die Außenkanten (Radien) der Schleifmittel in Rot oder Grün kodiert werden. Wobei Grün für die Standardlaufrichtung steht und Rot für die „umgekehrte“ Laufrichtung, Die Kodierung könnte entsprechend auch am Schalter für den Laufrichtungswechsel angebracht sein.
  4. Luftführung, Wir bereits beschrieben werden bei meiner Haltung der Maschine, die Luftzufuhr oder Entlüftung entweder zum Teil durch meine Hand verdeckt oder die Luft bläst bei Arbeiten ins Gesicht. Hier sollte in Jedem Fall nachgearbeitet werden.

In jedem Fall !
Da ich, durch die zeitliche Verzögerung am Anfang des Tests mein eigentliches Projekt „Garagentor neu streichen“, innerhalb der Testzeit nicht realisieren konnte, wird der PRR 250 ES hier auf jeden Fall wieder zum Einsatz kommen.
Auch in anderen Projekten werde ich bei Bedarf sicherlich immer wieder gerne zu dieser Maschine greifen.
 

Erfahrungsberichte

Testberichte aus der 1-2-do-Community

"Einer weiß immer wie es geht" - so lautet das Motto der Heimwerker-Community 1-2-do.com. Dort können sich Heimwerker und kreative Selbermacher über ihre Projekte und Erfahrungen mit Elektrowerkzeugen austauschen. Außerdem testen die Community-Mitglieder regelmäßig Bosch Elektrowerkzeuge und schreiben darüber einen Testbericht auf 1-2-do.com.

Hier geht's zur 1-2-do-Community

 

PRR 250 ES Schleifroller

Getestetes Werkzeug: Bosch PRR 250 ES Schleifroller

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