Getestetes Werkzeug: Bosch Multischleifer PSM 200 AES

von Sixpack
Mit dem Kauf eines eigenen Häuschens im letzten Herbst hat sich mein Betätigungsfeld als Heimwerker schlagartig vergrößert. Als eines von vielen Projekten wartet im Garten ein 20 Jahre alter Holzlattenzaun, der in der Vergangenheit recht wenig Pflege erfahren hat, aber ständig Sonne, Wind und Wetter trotzen musste, auf einen neuen Anstrich. Vorher soll natürlich die alte Farbe runter - der Produkttest des PSM 200 AES kam mir da gerade recht.

Geliefert wurde der PSM 200 AES in einem stabilen Kunststoffkoffer. Neben den beiden beiligenden Schleifplatten für Ecken, Kanten und größere Oberflächen, finden in dem Koffer noch ungefähr 15 Bögen Schleifpapier Platz. Somit hat man alles gleich zur Hand, was man zum Schleifen braucht.

Nachdem für die notwendige Stromversorgung gesorgt war, konnte ich mit dem Abschleifen des Zaunes beginnen. Das erste Testobjekt war ein Eckpfosten im Format 90x90x900mm. Hierzu verwendete ich die rechteckige Schleifplatte mit dem beiligenden 80er Schleifpapier. Mit Drehzahl Stufe 1 hatte ich selbst bei nur leichtem Druck das Gefühl, den Multischleifer zu überfordern. Die Schleifplatte schien stehen bleiben zu wollen. Ab Stufe 2 war davon aber nichts mehr zu spüren, der PSM zog beharrlich seine kleinen Schwingkreise. Mit Stufe 3 und 4 wurde schon recht ordentlich Farbe vom Pfosten abgenommen, die Erwärmung des Schleifpapiers war hier allerdings schon deutlich zu spüren. Mit Stufe 5 lies sich eine Seite des Pfostens mit ungefähr 3x Auf/Ab in wenigen Minuten komplett abschleifen, was jedoch dazu führte, dass die warme Oberfläche des Schleifpapiers den Schleifstaub zu einer zähen Masse verschmolz und so das Schleifpapier mit der Zeit verklebte. Nach dem Umdrehen des Schleifpapiers konnte ich eine Seite des Pfostens noch mit Stufe 6 schleifen, danach war das Schleifpapier - außer für die Rundung oben am Pfosten - nicht mehr wirklich gut zu gebrauchen.

Ein Besuch im örtlichen Baumarkt (der leider nur Schleifpapier eines Mitbewerbers im Sortiment hat) am nächsten Tag schaffte Abhilfe. Ausgerüstet mit einer ganzen Ladung an Schleifpapier mit unterschiedlicher Körnung ging es wieder an den Zaun.
Mit 40er Papier und Stufe 2 und 3 waren jetzt die Latten an der Reihe. 20 Jahre Witterung haben ihre Spuren am Zaun hinterlassen: Die Latten waren leicht gekrümmt, also auf der Vorderseite nach innen gewölbt. Dadurch war hier kein flächiger Aufsatz des Schleifers möglich, sondern ich musste mehr mit der Kante der Schleifplatte arbeiten. Das Abschleifen dauerte auch erheblich länger, als bei den glatten Pfosten. Dafür lies sich die Rückseite, da nach außen gewölbt, viel schneller schleifen. Auch die Querlatten waren ruckzuck geschliffen.

Durch die taillierte Form des PSM liesen sich auch die schmalen Seiten der Latten einfach schleifen. Hier hatte ich mehr Handarbeit befürchtet.

Die Erwärmung des Schleifpapiers war erstaunlich gering, der Materialabtrag ordentlich. Ordentlich war allerdings auch die Staubentwicklung. Zwar landete ein Großteil des Schleifstaubs im Auffangbehälter. Trotzdem blieb noch genug übrig, um Heimwerker und Umgebung zu pudern. Die Verwendung eines Mundschutzes ist deshalb selbstredend. Aber wo gehobelt wird, ...

Für einen laufenden Meter meines Gartenzauns kann ich etwa 1 bis 1,5 Stunden Zeitaufwand rechnen. Bei meinem Test habe ich deshalb auch nur einen kleinen Teil des Zauns bearbeiten können. Trotzdem war der erste Eindruck vom Gerät durchaus positiv: Ohne den Multischleifer hätte ich wohl, ebenso wie der Vorbesitzer, auf das Abschleifen verzichtet und den Zaun einfach nur mit neuer Farbe überpinselt.

Fazit zum Zaunschleifen: Nie mehr ohne!

Das nächste Testobjekt war ein Tritthocker aus schwedischem Massivholz, der während der Renovierung einiges an Dreck und Farbe abbekommen hat. Hierfür verwendete ich 80er Schleifpapier auf der rechteckigen Schleifplatte und Stufe 4. Das horizontale Schleifen war im Vergleich zum Zaun noch einfacher, da ich den PSM hier nur führen und nicht andrücken musste.

Für die 90° Ecken der unteren Trittstufe habe ich probeweise die Bügeleisenplatte verwendet, die große Schleifplatte kam hier aber ebenfalls gut in die Ecken.

Das letzte Testobjekt waren Schranktüren aus lackierten Spanplatten. Diese sollen ebenfalls eine neue Farbe bekommen und mussten dafür vorher aufgeraut werden. Mit 180er Schleifpapier und Stufe 6 war die alte Lackschicht in einer halben Stunde gleichmäßig plan abgeschliffen.

Fazit zu Tritthocker und Schranktüren: Mit dem Gerät macht es Spaß, alten und gebrauchten Gegenständen einen neuen Look zu verpassen.

 



Die Fragen der Produktmanagerin:

Was waren Deine ersten Gedanken, als Du den PSM 200 AES in der Hand hattest?
Der PSM 200 AES ist größer aber leichter als ich es erwartet hatte.

Wie findest Du die Ergonomie/Handhabung des Produktes?
Die Ergonomie finde ich sehr gelungen. Schleifen ist einhändig und beidhändig möglich. Das Gerät lässt sich am Handgriff oder vorne am Knauf sicher führen. Durch die symetrische Anordnung der Bedienelemente ist es für Rechts- und Linkshänder gleichermaßen geeignet.

Wie findest Du das Gewicht?
Das Gewicht ist akzeptabel. Selbst längeres vertikales Schleifen war ermüdungsfrei möglich.

Wie einfach hast Du die Bedienung/Elemente empfunden (inkl. Schleifplattenwechsel)?
Den Schleifplattenwechsel fand ich beim ersten mal etwas hakelig. Danach ging der Wechsel der Platten flüssig von der Hand.

In welchem Drehzahlbereich hast Du bei Deinem Projekt gearbeitet?
Beim Test habe ich versucht, den PSM in allen Geschwindigkeitsbereichen zu betreiben und habe hierzu auch Schleifpapiere unterschiedlicher Körnung verwendet. Eine 40er Körnung und Stufe 3 erwies sich für die Zaunlatten als ideal. 80er Papier auf Stufe 4 brachte beim Tritthocker das beste Ergebnis. Zum Aufrauen der Schranktüren kam 180er Schleifpapier auf Stufe 6 zum Einsatz.

Welche Projekte hast Du durchgeführt?
Abschleifen von Zaunlatten, Aufrauhen von lackierten Schranktüren zur Vorbereitung des Neuanstrichs, Aufarbeitung der Oberfläche eines Tritthockers.

Welche Materialien hast Du dabei bearbeitet?
Lackierte Holzlatten, Massivholz, lackierte Spanplatten.

Wie lange hast Du mit dem PSM 200 AES gearbeitet?
Insgesamt war der PSM 200 AES bei mir ca. 4 Stunden im Einsatz.

Wie zufrieden warst Du mit der Leistung?
Mit der Leistung war ich sehr zufrieden.

Wie zufrieden warst Du mit dem Ergebnis Deiner Arbeit?
Der Multischleifer hat es mir recht leicht gemacht, mit dem Ergebnis meiner Arbeit zufrieden zu sein. So gleichmäßig wie dieses kleine Ding hätte ich manche Sachen nicht mit der Hand schleifen können. Von der enormen Zeitersparnis ganz zu schweigen.

Was hat Dir besonders am Produkt gefallen?
Das Gesamtpaket hat mir gefallen. Der PSM 200 AES ist ein leistungsstarkes Gerät, das erhältliche Zubehör macht ihn für viele Anwendungsfälle zum idealen Arbeitsgerät.

Was hat Dir weniger gefallen? Hast Du etwas vermisst?
Nicht wirkliche ein Kritikpunkt, aber generell wünsche ich mir die Anschlusskabel bei Elektrowerkzeugen in auffälligeren (neon) Farben. Der Sicherheit wegen.

Würdest Du das Produkt weiterempfehlen?
Auf jeden Fall würde und werde ich den PSM 200 AES weiterempfehlen. Aber nicht mehr hergeben.
 
 

Erfahrungsberichte

Testberichte aus der 1-2-do-Community

"Einer weiß immer wie es geht" - so lautet das Motto der Heimwerker-Community 1-2-do.com. Dort können sich Heimwerker und kreative Selbermacher über ihre Projekte und Erfahrungen mit Elektrowerkzeugen austauschen. Außerdem testen die Community-Mitglieder regelmäßig Bosch Elektrowerkzeuge und schreiben darüber einen Testbericht auf 1-2-do.com.

Hier geht's zur 1-2-do-Community

 

PSM 200 AES Multischleifer

Getestetes Werkzeug: Bosch PSM 200 AES Multischleifer

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